Austausch der Kulturen fördern

Supersonntag v. 20.7.2011

Würselen und Ruichang in China möchten freundschaftliches Miteinander ausbauen

Würselen. Würselen und die chinesische Stadt Ruichang wollen eine Städtepartnerschaft eingehen.

Bereits letzte Woche konnten Schüler des Heilig-Geist-Gymnasiums (HGG) und von der Mittelschule Nr. 1 aus dem chinesischen Ruichang hautnah erleben, welche Vorteile eine künftige Städtepartnerschaft in der Praxis mit sich bringt. Denn die 24 chinesischen Jugendlichen waren zu Gast in Würselen, besuchten das HGG und wohnten sogar bei deutschen Gastfamilien, eine völlig neue Erfahrung für die Gäste aus Ruichang, denn im autoritären Staat China ist eine Auslandsreise nicht üblich.

Auch für viele Würselener Schüler und ihre Familien war der Austausch eine völlig neue Erfahrung. Ute Sturm, deren Sohn Daniel in die neunte Klasse des HGG geht, nahm den 16-jährigen Chu in ihrer Familie auf, eine „bereichernde Erfahrung“, wie sie findet. „Es war spannend, jemanden aus einem so weit entferntem Land bei sich aufzunehmen. Ich denke, der Austausch dient der gegenseitigen Verständigung. Für die Kinder und Jugendlichen entstehen so vielleicht weltweite Kontakte, die man im Zeitalter des Internets aufrechterhalten kann.“ Bürgermeister Arno Nelles betonte beim Empfang der chinesischen Schüler im Würselener Rathaus, dass es wichtig für eine Städtepartnerschaft sei, Neugierde zu wecken, zu leben und zu pflegen. „Gerade junge Menschen sind dafür prädestiniert, dafür einzustehen.“

Dem Leiter der Delegation, Guang Song Fan, überreichte er einen Wappenteller der Stadt Würselen, der in der Mittelschule Nr. 1 nun einen besonderen Ehrenplatz erhalten wird. Das Eingehen einer möglichen Partnerschaft wurde durch die chinesische Zentralregierung zwischenzeitlich genehmigt, so dass es nun an Würselen liegt, diese offizielle und damit fünfte Städtepartnerschaft zu besiegeln. Ob der Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung am Abend letztlich zugestimmt hat, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Alle Anzeichen sprechen aber dafür.

So kam der Stein ins Rollen

Durch Luise Dunker, die sich seit vielen Jahren um chinesische Studenten in Aachen kümmert, knüpfte der ehemalige Bürgermeister Werner Breuer Kontakt zu Dr. Zhen Xu aus Ruichang, der in Aachen lebt. Bei seinem Besuch in Ruichang im Jahr 2008 wurden bereits intensive Überlegungen angestellt, eine Städtepartnerschaft abzuschließen. 2010 wurde die Freundschaftsgesellschaft Würselen – Ruichang gegründet, Werner Breuer zum Vorsitzenden gewählt. Bei seinem Besuch in Würselen Anfang Januar äußerte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Ruichang den Wunsch, eine Partnerschaft mit der Stadt Würselen abzuschließen. Dieser Vorschlag stieß in Würselen auf positive Resonanz.

In dem entsprechenden Antrag der Freundschaftsgesellschaft Würselen-Ruichang heißt es: „Die Partnerschaft soll, in bewegter Gesellschaft und sich verändernden Gesellschaften, für gegenseitiges Verstehen, Kennenlernen und freundschaftliches Miteinander stehen. Diese Partnerschaft kann durch einen gemeinsamen Dialog, die gegenseitige Annäherung und Veränderung in beiden Staaten, auf städtischer Ebene fördern und unterstützen.“ Bernd Schaffrath von der Pressestelle: „Es sind viele kleine Schritte, die etwas bewegen können.“ Der Besuch der chinesischen Schüler in Würselen war einer davon.

mwe

Ein guter Start für unsere Aktivitäten

Partnerschaft mit Ruichang ist das Ziel

Aachener Nachrichten 14.7.2011

Würselen. Gut eine Woche vor den Beratungen des Würselener Stadtrates über das mögliche Eingehen einer Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Ruichang begrüßte Bürgermeister Arno Nelles im großen Sitzungssaal des Rathauses 24 Schüler und vier Lehrer der Mittelschule Nr. 1 aus Ruichang.
Nelles begrüßte die Gäste sehr herzlich an dem Ort, an dem der Stadtrat über die mögliche weitere Städtepartnerschaft beraten und beschließen wird. Dabei reichen die Bemühungen um die partnerschaftlichen Beziehungen schon einige Jahre zurück. Aus diesem Grunde begrüßte Arno Nelles auch sehr herzlich seinen Amtsvorgänger, den heutigen Vorsitzenden der jungen Deutsch-Chinesischen Freundschaftsgesellschaft, Werner Breuer, mit zwei weiteren Vereinsmitgliedern beim Empfang im Rathaus.
Intensive Kontakte
Dabei dankte er ihnen für das Engagement, das sie an den Tag gelegt haben, und für die Aufnahme und Intensivierung der Kontakte. Arno Nelles war vor einiger Zeit mit seinem Amtsvorgänger und in Begleitung der stellvertretenden Leiterin des Heilig-Geist-Gymnasiums, Maria Foerster, nach Ruichang gereist, um sich dort selber ein Bild zu machen und eigene Kontakte zu knüpfen. Dabei lernte Maria Foerster die Mittelschule Nr.1 in Ruichang kennen und lud die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer zu einem Gegenbesuch nach Würselen ein. Dieser wurde sodann von der chinesischen Zentralregierung genehmigt. Ganz neu für die Schüler aus Ruichang war dabei die Erfahrung, dass sie in einem so fernen Land auch bei den dortigen Familien leben und wohnen durften.
Neugierde wecken
Arno Nelles betonte in seiner Begrüßung, dass es wichtig für eine Städtepartnerschaft sei, Neugierde zu wecken, zu leben und zu pflegen. «Gerade junge Menschen sind dafür prädestiniert, dafür einzustehen», hieß er die jungen Gäste aus Ruichang, aber auch ihre Partnerschüler aus Würselen im Ratssaal willkommen.
Dem Leiter der Delegation, Guang Song Fan, überreichte er einen Wappenteller der Stadt Würselen, der in der Mittelschule Nr. 1 nun einen besonderen Ehrenplatz erhalten wird. «Der Beginn der Beziehung stand und steht unter einem guten Stern», freute er sich über diesen Austausch und berichtete über die Entscheidung des Würselener Stadtrates in der kommenden Woche. Das Eingehen einer möglichen Partnerschaft wurde durch die chinesische Zentralregierung zwischenzeitlich genehmigt, so dass es nun an Würselen liegt, diese offizielle und damit fünfte Städtepartnerschaft zu besiegeln. Der Rat der Stadt Würselen wird zu diesem Thema in seiner Sitzung am Dienstag, 19. Juli, 18 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses auf dem Morlaixplatz beraten.

Gäste aus China am HGG herzlich begrüßt

 

24 Schüler und vier Lehrer der Mittelschule Nr. 1 aus Ruichang besuchen das Heilig-Geist-Gymnasium.

Städtepartnerschaft geplant.
Besuch aus dem fernen China: Schüler und Lehrer aus Ruichang lernen das HGG kennen. Schulleiter Christoph Barbier und seine Stellvertreterin Maria Foerster (Mitte) heißen die Delegation willkommen. Das freut besonders die Initiatoren der Partnerschaft Werner Breuer (4.v.r. vorne) und Zhen Xu (3.v.r.vorne). Foto: Daniel Gerhards

Von Daniel Gerhards Aachener Nachrichten vom 12.7.2011

Würselen. Für einen chinesischen Jugendlichen ist eine Auslandsreise etwas völlig Außergewöhnliches. Die meisten Schüler dort haben nicht die Möglichkeit, andere Länder zu besuchen und fremde Kulturen kennenzulernen. 24 Schüler von der Mittelschule Nr. 1 aus dem chinesischen Ruichang besuchen derzeit das Heilig-Geist-Gymnasium (HGG) in Würselen.
Die 14- bis 17-Jährigen hatten die Möglichkeit zu der großen Reise nach Deutschland, da Würselen und Ruichang auf dem Weg zu einer Städtepartnerschaft sind. Im vergangenen Herbst besuchte eine Würselener Delegation die Schule in Ruichang. Damals waren Maria Foerster, stellvertretende Leiterin des HGG, und Werner Breuer, ehemaliger Bürgermeister und Vorsitzender der Freundschaftsgesellschaft Würselen-Ruichang, dabei. „Diese Reise ist nur wegen der Einladung aus Deutschland möglich. Diese Schüler hatten noch nie die Möglichkeit, ins Ausland zu reisen“, erklärt Zhen Xu, der an der RWTH studierte und nun eine Firma in Aachen leitet.

Bemerkenswert ist, dass es den chinesischen Schülern erlaubt ist, während ihres Aufenthalts in Würselen bei deutschen Familien zu wohnen. „Das ist sehr erfreulich. In den Familien können die Schüler etwas über den Alltag der jeweils Anderen lernen“, sagte Christoph Barbier, Schulleiter des HGG. In der Schule bekamen sie dann einen Einblick in den deutschen Schulalltag. Barbier erklärte, wie der Stundenplan an dem Broicher Gymnasium aussieht, welche Sprachen und technischen Fächer die Schüler wählen können und wie sie ihre Fähigkeiten neben dem Unterricht entwickeln können. Das HGG mit seinen 1100 Schülern muss den Asiaten dabei recht klein vorkommen. An ihrer Schule werden 5000 Schüler unterrichtet.
Thema im Stadtrat
Für Werner Breuer und Zhen Xu – die beiden Väter der Partnerschaft – ist solch ein Besuch ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der beiden Völker. „Es ist sehr gut, dass sich die Jugend der beiden Länder kennenlernt. Wenn man nur Mauern aufbaut, kann man nicht zusammenkommen“, sagte Breuer. „Wenn sich die Menschen aus China und Deutschland besser kennen, trägt das zu einer besseren Welt bei. Das beginnt im Kleinen, in den Schulen und auf kommunaler Ebene.

Dazu pflichtete Xu ihm bei: „Das ist ein sehr guter Start für die Jugendlichen, um die Kultur kennenzulernen.“ China müsse sich heute als global agierendes Land zu anderen Staaten öffnen, sagte Xu. Und weiter: „Wenn man Verständnis für die andere Kultur hat, kann das dazu beitragen Konflikte zu lösen.“

Noch hat der Würselener Stadtrat der Partnerschaft nicht zugestimmt. Das Thema wird am Dienstag, 19. Juli, beraten. Kritiker beklagen, dass es in China Verstöße gegen die Menschenrechte gibt. Um daran zu arbeiten, müsse man sich erst mal kennenlernen, sagte Breuer. Auf einen Freund könne man viel größeren Einfluss nehmen als auf einen Fremden.

Beim Rundgang durch die Schule fotografierten die Schüler, die gemeinsam mit vier Lehrern angereist sind, das Gebäude, den Schulhof und alles, was zum Gymnasium gehört. Dabei war vom übertriebener Autorität oder Disziplin nichts zu spüren. Die meisten Schüler lauschten aufmerksam dem, was Maria Foerster erklärte. Andere stiegen an einer Kletterwand hoch oder machten noch ein paar Erinnerungsfotos. Vom Drill, den man aus Fernsehberichten über chinesische Schulen kennt, keine Spur.

Gesellschaft will Antrag an Würselener Rat stellen

Aachener Zeitung 20.5.2011
Würselen. Grünes Licht hat die chinesische Behörde „The Chinese People´s Association for Friendschips with Foreign Countries“ für eine Städtepartnerschaft von Ruichang (in der Provinz Jiangxi) und Würselen gegeben. Da diese Genehmigung auf ein Jahr befristet ist, muss die Freundschaftsgesellschaft Ruichang zügig ihre Hausaufgaben machen. Damit ihr Antrag auf Abschluss einer Städtepartnerschaft noch vor den Sommerferien im Rat beraten und (hoffentlich) positiv beschieden werden kann, wird dieser – so Geschäftsführer Friedrich Beckers – in den nächsten Tagen gestellt werden.

Noch sei die Meinung über den Abschluss einer Partnerschaft mit Ruichang vor allem wegen der Entfernung der beiden Städte in der Bevölkerung gespalten, stellte Beckers, der den verhinderten Vorsitzenden, Ex-Bürgermeister Werner Breuer, vertrat, auf der jüngsten Mitgliederversammlung fest. Wie diese und das Reich der Mitte in Würselen populärer gemacht werden kann, darüber hatte sich der Vorstand im Vorfeld der Versammlung Gedanken gemacht. In das Bemühen, die kulturellen Unterschiede zwischen Europa und China zu veranschaulichen, soll der gesamte Nordkreis einbezogen werden. Zur Selbstdarstellung will die Freundschaftsgesellschaft ein chinesisches Neujahrsfest veranstalten und sich beim Cityfest 2012 mit einem eigenen Stand präsentieren. Da die Liebe – so Beckers – bekanntlich durch den Magen geht, sollen auch Einblick in die chinesische Küche in Form eines Kochkurses gewährt werden. Ein Filmabend im Metropolis hat der Vorstand auch schon angedacht. Ein Sprachkurs in Chinesisch wird derzeit von der Volkshochschule für Anfänger angeboten. Besucht werden sollen Ausstellungen chinesischer Künstler. Für besonders wichtig hält es der Vorstand der Freundschaftsgesellschaft Würselen – Ruichang, dass mehr und mehr persönliche Kontakte geknüpft werden.

Die vorgestellten Aktivitäten wurden von der Mitgliederversammlung „abgesegnet“. Der Vorstand kann nunmehr mit vereinten Kräften an deren Umsetzung herangehen. (ehg)

Stadt mit rund

450 000 Einwohner

Die Freundschaftsgesellschaft Würselen-Ruichang/China ist am 15. Juni 2010 auf Initiative von Ex-Bürgermeister Werner Breuer ins Leben gerufen worden.

Ruichang ist eine kreisfreie Stadt, die zum Verwaltungsgebiet der bezirksfreien Stadt Jiujiang in der südchinesischen Provinz Jiangxi gehört.

Sie erstreckt sich über eine Fläche von 1423 Quadratkilometern und zählt 430 000 Einwohner.

Die Pflege und Intensivierung der kulturellen, sozialen und politischen Beziehungen zwischen Würselen und Ruichang hat sich die Freundschftsgesellschaft auf die Fahnen geschrieben.

Genehmigung der Partnerschaft

 

Die chinesische Behörde heißt “The Chinese People’s Association for Friendship with Foreign Countries” und ist die höchste in China für freundschaftliche Entwicklung mit ausländischen Völkern.

 

Die Neugier auf Würselen in China geweckt

Bürgermeister Arno Nelles berichtet von seiner Dienstreise in die 430 000 Einwohner zählende Stadt Ruichang. Thema im Stadtrat.
Würselen. „Wir wollten neugierig auf Würselen machen“, beschreibt Bürgermeister Arno Nelles das Ziel seiner Dienstreise in die 430 000 Einwohner zählende, 10 000 Kilometer entfernte chinesische Stadt Ruichang. Sie war auch Thema, als die Lokalredaktion auf dem Morlaixplatz Station machte. Es gehe darum, „unsere deutschen Firmen im Reich der Mitte zu platzieren“. Dafür sieht Nelles nach seiner Rückkehr gute Chancen in Zentralchina.
Standortvorteil
Mehr zufällig habe Würselen vor zwei Jahren den Weg nach China gefunden, blickte Nelles auf die noch jungen Kontakte mit dem zum Verwaltungsgebiet der bezirksfreien Stadt Jiujiang in der südchinesischen Provinz Jiangxi gelegenen Ruichang zurück. Sie seien vor zwei Jahren durch seinen Amtsvorgänger Werner Breuer über Luise Dunker, die Ehefrau eines Würselener Arztes, und den in Aachen lebenden Chinesen Dr. Zhen Xu geknüpft worden. Da das Interesse an partnerschaftlichen Beziehungen mit einer Stadt aus dem Reich der Mitte entsprechend groß gewesen sei, sei auf Breuers Initiative hin die Freundschaftsgesellschaft Würselen–Ruichang gegründet worden.

Nelles will nun dem Rat fundiert berichten, wenn dort in Kürze das Thema Partnerschaft auf die Tagesordnung kommt.

Wie er in China für die Würselener Vorzüge geworben habe, formulierte der Bürgermeister: „Die Lage im Herzen Europas in unmittelbarer Nähe zur RWTH Aachen ist das Pfund, mit dem wir wuchern können.“ Vom Standort Würselen aus seien in – vor allem für chinesische Verhältnisse – kurzen Entfernungen die europäischen Handelspartner zu erreichen. Dazu komme, dass sich vieles, was sich in der Hochschule bewege, in den Randgemeinden des Oberzentrums Aachen abspiele. Außerdem seien die Gewerbegebiete rund um Aachen günstiger, gab sich Nelles zuversichtlich, dass sich in Würselens Gewerbeparks in Zukunft auch vermehrt chinesische Firmen ansiedeln werden. Ein Lasertechnik-Unternehmen habe sich zur Miete bereits am Aachener Kreuz niedergelassen. Es dort dauerhaft auf eigenem Grund anzusiedeln, daran sei die Stadt interessiert, ergänzte der Leiter der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW), Manfred Zitzen. Dort gebe es – so Nelles weiter – eine Reihe von deutschen Firmen, die bereits mit China Handel treiben.

Aus der eigenen Tasche

„Was die Chinesen brauchen, ist unser Knowhow“, erklärte der Bürgermeister. Durch die Wertschätzung, die die Würselener Delegation den Chinesen entgegengebracht habe, habe sie bei ihnen großes Interesse für Standorte in der Region geweckt. Im globalen Zeitalter trügen auch Kontakte zu einer chinesischen Stadt mit dazu bei, Würselen noch zukunftssicherer zu machen.

Apropos Dienstreise: Angesichts von Unterstellungen im Vorfeld legt Nelles großen Wert auf die Feststellung, dass die Dienstreise auch vom Bürgermeister aus der eigenen Tasche finanziert worden ist. (ehg)

Delegation fährt nach Ruichang

Würselener Delegation startet am 21. September

Auch wirtschaftlicher Aspekt ist wichtig.
Auf viele Stunden Flug sind sie schon gefasst, wenn sie sich am 21. September auf die mehrstündige Reise ins Reich der Mitte machen. Die Delegation aus Würselen ist klein. Mit sechs Leuten besuchen Bürgermeister Arno Nelles und Ex-Bürgermeister Werner Breuer Ruichang, die Stadt, die gern Kontakt mit Würselen aufnehmen möchte. Erste Bande in die mehrere tausend Kilometer entfernte südchinesische Provinz Jiangxi knüpften der Chinese Zhen Xu, den Werner Breuer anlässlich der Bundesverdienstkreuzverleihung an die Würselener Bürgerin Luise Dunker von der Adam Schall Gesellschaft kennengelernt hatte. Im Oktober 2008 hatten Breuer, damals noch Bürgermeister und Zhen Xu die Stadt am Jangste besucht und waren mit großer Herzlichkeit empfangen worden. Dem Wunsch der chinesischen Seite nach einem Austausch mit Würselen steht Werner Breuer damals wie heute positiv gegenüber.

Für Bürgermeister Arno Nelles hat die wachsende Bedeutung der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Priorität. „Vor allem hoffe ich darauf, wirtschaftliche Kontakte knüpfen zu können“, weiß der Erste Bürger der Düvelstadt, dass bereits heute einige Würselener Unternehmen enge Geschäftsverbindungen mit China unterhalten, die er gerne weiter ausbauen möchte. Arno Nelles ist seit der Gründung Mitglied der Deutsch-Chinesischen Freundschaftsgesellschaft Würselen – Ruichang, „ein gutes Fundament zum gegenseitigen Kennenlernen“.

Neun Tage bleibt die Würselener Delegation in China, absolviert ein umfangreiches Programm und erwidert damit den Besuch von sechs Chinesen, die vor einem Jahr die Düvelstadt, aber auch Teile der StädteRegion bereisten. Werner Breuer kann sich durchaus vorstellen, „dass gerade junge Leute, Schüler und Studenten Interesse haben, sich mit Gleichaltrigen im fernen China auszutauschen.“

Mitglied neuer Gesellschaft

Würselen. Gegen die sechs UWG-Stimmen beschloss der Rat die (beitragsfreie) Mitgliedschaft in der kürzlich gegründeten Freundschaftsgesellschaft Würselen-Ruichang. Anstelle eines Mitgliedsbeitrags leistet die Stadtverwaltung organisatorische Unterstützung wie bei den vier anderen Freundschaftsgesellschaften auch. Als Vertreter der Stadt bestellte der Rat neben dem Bürgermeister die Stadtverordneten Frank Zimmer (SPD) und Peter Havers (CDU).

Die Ablehnung begründete UWG-Fraktionsvorsitzender Walter Quadflieg damit, dass dieses Vorhaben für Würselen eine Nummer zu groß sei. Stefan Mix, der SPD-Fraktionsvorsitzende, wünschte der Gesellschaft „viel Erfolg“. (ehg)