Städtepartnerschaft mit Ruichang bahnt sich an

Kontakt zu den Chinesen bald Thema im Stadtrat

Würselen. „Eine Städtepartnerschaft mit dem chinesischen Ruichang könnte für beide Seiten eine wirtschaftliche Chance bedeuten.“ Damit rechnet Bürgermeister Arno Nelles. Er hatte gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Werner Breuer ins Würselener Rathaus geladen, um 50 interessierte Bürger über die Trabantenstadt mit rund 430 000 Einwohnern am Fluss Yangtse zu unterrichten. 

In Kürze solle im Stadtrat entschieden werden, wie eine Städtepartnerschaft realisiert werden könne. Luise Dunker, Zhen Xu, Arno Nelles und Werner Breuer informierten über die chinesische Kultur, über die Menschen und über Gastfreundschaft. 

Bürgermeister Arno Nelles setzt Hoffnungen in eine mögliche verbriefte deutsch-chinesische Partnerschaft: „Falls eine Städtepartnerschaft ausschlaggebend für die Ansiedlung von chinesischen Firmen im Würselener Gewerbegebiet sein würde, könnten wir davon nur profitieren.“ (ny)

Delegation aus der chinesischen Stadt Ruichang zu Gast in Würselen

Gern gesehene Gäste: Würselens Bürgermeister Werner Breuer mit Xiaoping Gu, Bürgermeister von Ruichang, sowie den anderen Delegationsmitgliedern aus der chinesischen Stadt. Foto: Nina Krüsmann

Würselen. Besuch aus dem Land des Lächelns: Derzeit ist eine Delegation aus dem chinesischen Ruichang zu Besuch in Würselen. Bürgermeister Werner Breuer begrüßte seinen Kollegen Xiaoping Gu sowie die Abteilungsleiter aus den Bereichen Stadtentwicklung, Bauwesen, Gesundheit, Landwirtschaft und Schulwesen im Rathaus am Morlaixplatz.

Neben Vertretern von Ratsfraktionen waren auch einige interessierte Bürger gekommen, um die besonderen Gäste willkommen zu heißen.

430.000 Einwohner

„Begonnen hat der Kontakt zwischen beiden Städten 2006 über eine Bürgerin, die sich um chinesische Studenten in Aachen kümmert”, blickte Breuer zurück. Schnell entwickelten sich erste Verbindungen, Breuer erhielt eine Einladung nach China.

Trotz seiner Flugangst hatte er sich im vergangenen Oktober auf den weiten Weg nach Ruichang gemacht. „Die Dimensionen sind in China ganz anders. Ruichang ist eine Industriestadt mit einer 3300-jährigen Geschichte und 430.000 Einwohnern.”

In der Satellitenstadt von Jinjiang in der Nähe des Jangtse-Flusses werde derzeit ein Industriehafen mit 98 Quadratkilometern geplant. „Wir haben großes Interesse, den Austausch von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, Industrie, Wirtschaft und Bildung zu vertiefen. Das wäre für alle Beteiligten ein großer Gewinn”, stellte Xiaoping Gu heraus.

Die Gäste aus dem fernen China besuchten unter anderem den Flugplatz Merzbrück und landwirtschaftliche Betriebe in Linden-Neusen. Daneben wollten die Chinesen auch Einblicke in die lokale Kultur gewinnen. Zudem stand eine Visite im Medizinischen Zentrum des Kreises Aachen in Bardenberg auf dem Drei-Tages-Programm.

„Wir wünschen uns, den bestehenden freundschaftlichen Kontakt zu einer richtigen Städtepartnerschaft auszubauen”, betonte Breuer beim Zusammentreffen im Rathaus.

Angestrebt seien Begegnungen zwischen den Bürgern beider Städte, ein Schüleraustausch und Sprachkurse. Auch die Vertreter des Würselener Stadtrates begrüßten die Pflege dieser deutsch-chinesischen Kooperation in Zeiten der Globalisierung.